Sozialpädiatrisches Zentrum


Leitung: PD Dr. Wolf Ihle
Stellvertreter: Dr. Sylvia Eggert



Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Kinderkrankenhaus St. Marien nahm Anfang 1992 seine Arbeit auf. Es steht seit 1994 unter der Leitung des Kinderarztes und Familientherapeuten PD Dr.med. Wolf Ihle.
Das SPZ dient der fachübergreifenden ambulanten Versorgung von Kindern, die wegen der Art, Schwere oder Dauer einer bereits bestehenden oder einer drohenden Krankheit, Entwicklungsstörung oder Behinderung nicht ausreichend von niedergelassenen Ärzten oder Therapeuten oder Fördereinrichtungen betreut werden können.
Sozialpädiatrische Sicht- und Vorgehensweise ist auf das Kind als Gesamtpersönlichkeit gerichtet und bezieht sein soziales Umfeld - die Familie und den Kindergarten oder die Schule - mit ein.
Das SPZ steht allen Kindern offen, die Probleme in ihrer körperlichen, seelischen und/oder geistigen Entwicklung aufweisen, darunter solchen mit bzw. nach

  • allgemeinem Entwicklungsrückstand,
  • körperlichen oder geistigen Behinderungen,
  • Verhaltens- oder emotionalen Störungen,
  • Sprachproblemen,
  • Wahrnehmungsstörungen,
  • Schulproblemen,
  • sexuellem Mißbrauch oder anderer erlittener Gewaltanwendung,
  • chronischen Krankheiten, einschließlich An-fallsleiden (Mitbetreuung),
  • Frühgeburt sowie Reifgeburt mit schwerwie-genden Komplikationen im Neugeborenenalter,
  • angeborenen Fehlbildungen oder Störungen (wie z.B. Down-Syndrom),
  • Folgezuständen nach schweren Unfällen,
  • Adoptivkindern u. solchen in Pflegefamilien.
  • Sozialpädiatrische Diagnostik und Therapie umfaßt neben kinderärztlichen Leistungen auch eine Reihe nicht-ärztlicher Angebote, in unserer Einrichtung insbesondere solche auf den Gebieten Psychologie, Ergotherapie, Logopädie, Musik- und Spieltherapie sowie Familientherapie.
    Voraussetzung jeder Therapie am SPZ ist eine umfassende Diagnostik. An deren Anfang steht immer das ausführliche Gespräch mit den Eltern über die Vorgeschichte und die gründliche ärztliche Untersuchung jedes Kindes. Daran schließen sich - in Abhängigkeit vom Vorstellungsgrund - noch weitere Untersuchungen durch andere Fachvertreter an (Psychologe, Ergotherapeut, Logopädin, Spiel-/Musiktherapeutin).

    Die Einbeziehung von Informationen aus anderen Einrichtungen (z.B. Kindergarten, Schule, anderen therapeutischen Einrichtungen, auch von Ergebnissen ärztlicher Voruntersuchungen usw.) hilft, ein umfassendes, ganzheitliches Bild des Kindes zu erhalten. Nach Abschluß der Diagnostik wird im anschließenden Teamgespräch auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse ein Behandlungsvorschlag erarbeitet, der die Bedürfnisse des Kindes, der Eltern und die sozialen Gegebenheiten berücksichtigt. Es wird versucht, Therapie, Beratung oder pädagogische Hilfen möglichst in Wohnortnähe zu vermitteln.

    Auf Wunsch können aber auch verschiedene Therapieangebote im SPZ in Anspruch genommen werden: Beim Ergotherapeuten, der Logopädin, der Musik- und Spieltherapeutin, den Psychologen, den Kinderärzten. Eine Erweiterung der diagnostischen und therapeutischen Angebote ist auf den Gebieten Physiotherapie/Krankengymnastik, Heilpädagogik sowie Sozialpädagogik geplant. Darüber hinaus gehört zum Leistungsangebot des SPZ die Erstellung von Gutachten, wie z.B. für die Gewährung eines Lese-Rechtschreib-Trainings oder von heilpädagogischen Maßnahmen oder für die Bereitstellung von Plätzen in Förderkindergärten, -tagesstätten oder -schulen.
    Neben der ambulanten diagnostischen und therapeutischen Tätigkeit in den Räumen des Kinderkrankenhauses ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Einrichtungen, die mit Kindern und Familien zu tun haben - in erster Linie mit den Hausärzten, vor allem den niedergelassenen Kinderärzten - ein wichtiger Teil der Arbeit des SPZ-Teams.
    Dies trifft auch für die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen des Kinderkrankenhauses, einschließlich der Abt. Psychosomatik, zu. Diese stellen im Fall der Notwendigkeit einer stationären Betreuung die ersten Ansprechpartner für das ausschließlich ambulant arbeitende SPZ-Team dar. Damit stehen die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten des Kinderkrankenhauses im Bedarfsfall auch den im SPZ betreuten Kindern offen.
    Voraussetzung für die Inanspruchnahme des SPZ ist die Überweisung durch einen niedergelassenen Kinder- oder Allgemeinarzt.

    Das Gebäude des Sozialpädiatrischen Zentrums befindet sich neben dem des Kinderkrankenhauses.

    Anmeldung und Terminvergabe erfolgen über das Sekretariat:
    Tel.: 0871/ 852-1325,
    Fax: 0871/ 852-1440,
    montags bis freitags, 9.00-15.00 Uhr.